Da ist er. Der geldgierige Sack. Mit seiner dicken Nase und dem Ziegenbart. Er nimmt unser Geld, vergewaltigt unsere Kinder, und der einzige Zweck seiner Existenz ist es, unserer guten deutschen Wirtschaft zu schaden. Und da ist der Andere. Ergötzt sich an unserem Geld. Tötet unsere Kinder und will dann nicht einmal hören, wenn man ihm was erklärt. Auch er will nichts als unserer Kultur und unserer Wirtschaft schaden! Ekelhaft! Einfach schrecklich, dass es solche Menschen gibt … Wie kann man nur so sein? Wer ist so? Kann man so sein? Nein. So ist keiner! Menschen, egal wie dumm sie auch sind, fliehen nicht vor einer Krise, um sich eine neue zu erschaffen.
Das, was soeben demonstriert wurde, nennt sich Propaganda: Ich habe mit meinem Einstieg ein Bild von zwei abstoßenden Personen in deinem Kopf manifestiert, genauso wie es damals Hitler getan hat. Genauso wie es ein Teil der Politik uns heute wieder weismachen will. Deutsche würden heutzutage den Juden nicht mehr mit dem eben beschriebenen Bild assoziieren, bzw. ihn in diese Kategorie Mensch einordnen. Wir schämen uns für unsere Geschichte. Doch warum schämen wir uns über das eine, aber machen auf der anderen Seite genau das Gleiche mit den Ausländern? Dieser Vergleich ist, was mir sehr ins Auge gefallen ist. Manche kennen bestimmt den Spruch: „Wer die Geschichte nicht kennt, ist verdammt, sie zu wiederholen.“ Sehr überzeugend und meiner Meinung nach zutreffend. Doch warum ist es nun scheinbar so, als würde sich Geschichte wiederholen? Warum wird abermals eine große Gruppe für die Vergehen einzelner Individuen verantwortlich gemacht? Klar! Ich schau doch die Nachrichten! Es sind ja nicht nur ein paar, es wird doch über nichts Anderes mehr berichtet.
Wirklich? Glaubt man wirklich, dass man wegen einem unter Hunderttausenden in einer Gesellschaft von über 80 Millionen Menschen die Zeit nach 1933 zurückdrehen muss? Ich denke nicht.
Ich finde, diesem Problem oder, besser gesagt, diesem Widerspruch sollte mehr Aufmerksamkeit gezollt werden. Es ist nicht das gleiche Problem, aber es ist verdammt ähnlich. Zu ähnlich, als dass man die Stimmzahlen der AfD ignorieren könnte. Nichts glorifiziert das Abschieben, genauso wie nichts Völkermord glorifiziert. Niemand hat das Recht, so mit Menschen umzugehen. Und schon gar nicht die Politiker. Die Würde des Menschen ist unantastbar, außer man ist Ausländer? Sollte das wirklich das sein, was im Grundgesetz steht?
Wir befinden uns an einem kritischen Kipppunkt, an dem wir sehen werden, ob wir uns als Gesellschaft seit damals verändert haben, oder eben nicht. Wir erinnern uns. Wer die Geschichte nicht kennt, ist verdammt, sie zu wiederholen. Und sowas wie 1933 will man nicht wiederholen. Menschen, die so etwas wiederholen wollen, sind verblendet von Hass, Einbildung und falschen kulturellen Werten. Und uns, welche nicht als Motten geboren sind, uns gilt es, neues Licht mit einzubringen. Erleuchtet dieses Grauen des Faschismus, des Rassismus. Zeigt, dass das Leben für alle besser sein kann, und dass Reflexion der wichtigste Schritt zur Besserung ist. Hass ist keine Lösung des Problems. Auf keiner Seite. Es gibt keine Gruppen. Wir sind alle Menschen. Wir sind alle Lebewesen. Und Politik sollte nicht das sein, was uns einteilt. Sie sollte sicherstellen, dass wir alle Menschen bleiben, dass wir alle lebende Wesen bleiben. Wir sollten sicherstellen, dass wir alle Menschen bleiben, dass wir alle lebende Wesen bleiben. Das heißt aber auch, dass wir etwas dafür tun müssen. Wir müssen etwas tun. Und wir können etwas tun. Also. Tu etwas. Sprich mit Menschen, sei es online, auf Demos oder auf Festivals. Miteinander sprechen, nicht gegeneinander. Ich freue mich schon auf deine Meinung.
