Dieser Beitrag wurde von Lina Geidt verfasst. Lina ist Schülerin der Klassenstufe 10 am GSG.
Am Freitag, den 21.8., waren wir mit der Erinnerungs-AG und weiteren interessierten Schülerinnen und Schülern unserer Schule zu Besuch in der Gedenkstätte Hinzert. Bei unserem Besuch habe ich viel über die Geschichte des SS-Sonderlagers und das Schicksal der dort inhaftierten Menschen gelernt.
Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert bestand von 1939 bis 1945. Dort waren ungefähr 10.000 Männer ab 15 Jahren inhaftiert, unter anderem aus Luxemburg, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Die Häftlinge mussten unter schlechten Bedingungen leben und arbeiten, was uns durch gezeigte Bilder von damals nähergebracht wurde.

Das Lager wurde ursprünglich als Arbeitslager für Arbeiter am Westwall eingerichtet. Ab 1939 wurde es von der SS als Haftlager genutzt und ab 1940 hatte es schließlich den Status eines Konzentrationslagers. Hinzert war später außerdem ein Durchgangslager. Viele Gefangene wurden von dort in andere Konzentrationslager wie Buchenwald, Natzweiler und Dachau weitertransportiert. Die Häftlinge wurden von der SS bewacht, misshandelt und mussten schwerste Zwangsarbeit erledigen. Es kam auch zu Morden und Hinrichtungen. Im März 1945 wurde das Lager aufgegeben und die meisten Häftlinge wurden zu Fuß auf sogenannte Todesmärsche in andere Konzentrationslager geschickt, wobei viele Menschen starben oder ermordet wurden. Im verlassenen Lager blieben einige Häftlinge zurück, die Mitte März von amerikanischen Soldaten befreit wurden.
Heutzutage ist das ehemalige SS-Sonderlager/KZ Hinzert kaum wiederzuerkennen. Es wurde zu einem Erinnerungs- und Lernort. Dort gibt es einen Dokumentationsraum mit einer Ausstellung, einen Ehrenfriedhof, auf dem viele Opfer von damals immer noch beigesetzt sind, und auch verschiedene Erinnerungszeichen wie eine Bronzeplatte mit den Namen der ehemaligen Häftlinge darauf sowie Gedenktafeln.

Ich bin dankbar, diese Erfahrung gemacht zu haben, weil der Besuch bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Dabei habe ich verstanden, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Der Besuch hat mir außerdem gezeigt, dass solche Gedenkstätten auch heute noch wichtig sind, damit die Geschehnisse nicht vergessen werden.
