Sophie Scholl – eine tapfere Frau und ein großes Vorbild

Sophia Magdalena Scholl (Sophie genannt) wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg in Württemberg geboren. Ihr Vater Roland Müller war ein liberaler Bürgermeister, ihre Mutter Magdalene seine Frau. Sophie hatte mehrere Geschwister: ihre Brüder Hans und Werner sowie ihre Schwestern Inge, Elisabeth und Thilde, alle Kinder wurden christlich erzogen.
Sie ging zunächst auf ein Gymnasium, machte dort 1940 ihr Abitur, besuchte dann ein Kindergärtnerinnen-Seminar und studierte ab 1942 an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) Biologie und Philosophie.

Sophie war zunächst, wie viele ihrer Zeit, von Hitler und seiner Ideologie begeistert. Sie trat wie ihr Bruder Hans in verschiedene Jugendverbände ein, wie 1934 in den „Bund Deutscher Mädel“ (BDM). Sie war sehr engagiert und wurde auch zur Scharführerin in ihrer BDM-Gruppe. Sie war angezogen und fasziniert von dem dort herrschenden Gemeinschaftsgefühl.
Später wandte sie sich jedoch von den NS-Organisationen ab, hin zu anderen Verbänden, die verboten wurden, aber weiterhin versuchten zu existieren. Dabei begleitete sie ihren Bruder Hans, welcher sich auch in der bündischen Jugend, welche als eigenständige Selbsterziehungsgemeinschaft agierte, engagierte. Deshalb wurde Sophie 1937 verhaftet und verhört.
Nach ihrem Abitur im Jahr 1940 besuchte sie das evangelische Kindergärtnerinnen-Seminar und machte ein Praktikum, welches als Reichsarbeitsdienstersatz, der verpflichtend war, dienen sollte, aber nicht ausreichte. Deshalb wurde sie im Frühjahr 1941 zum Reichsarbeitsdienst in Krauchenwies geschickt. Dort begann sie augustinische Schriften und ein Buch von Georges Bernanos zu lesen, was zur entscheidenden Wende zunächst in ihrem Glauben und dann in ihrem Leben führte. Sophie wurde klar, dass es unter Hitler und seinem NS-Regime viele Dinge gab, die ihr nicht gefielen und sie begann sich gegen ihn zu wenden. Während ihres Kriegshilfsdienstes als Kindergärtnerin in Blumberg wurde sie immer politisch motivierter. Als sie 1942 ihr Studium an der LMU in München anfing, lernte sie Bekannte ihres Bruders Hans kennen, die ebenfalls von Hitler abgeneigt waren. Sie verbündeten sich und Sophie trat entgegen des Willens ihres Bruders der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ bei, welche mit Hilfe von Flugblättern und verschiedenen Schriften zum Widertsand gegen die Hitler-Diktatur und das NS-Regime aufrief.
Sophie war sehr aktiv und half bei der Erstellung und Verbreitung der Flugblätter, welche im großem Radius verteilt wurden. Sie wurden in vielen großen deutschen Städten verteilt, in England nachgedruckt und über Deutschland aus Flugzeugen gestoßen und im englischen Radio bei dem Sender BBC vorgelesen. Am 18. Februar 1943 verteilten Sophie und Hans zusammen in der LMU 1500 Flugblätter. Dabei wurden sie jedoch vom Hausmeister beobachtet und dann der GESTAPO, der geheimen Staatspolizei, ausgeliefert. Nach knapp drei Tagen Prozess wurden Hans und Sophie, sowie Christoph Probst, ein Freund und Mitglied der „Weißen Rose“, im Strafgefängnis München-Stadelheim hingerichtet.

Sophie wusste genau, dass ihr aktiver Widerstand sehr gefährlich war und die Todesstrafe bedeutete, wenn man erwischt wurde, aber sie ließ sich davon nicht aufhalten und stand für ihre Meinung ein. Sie war sehr mutig und kämpfte gegen Hitler und seine Diktatur und für das, was sie wollte.
Heute steht Sophie daher für Werte wie Mut, Toleranz, Mitmenschlichkeit, Zivilcourage, etc. Da diese Werte auch heute im Zusammenleben mit anderen Menschen wichtig sind und man sich für diese einsetzen sollte, dienen Sophie und ihr Bruder heute für viele als Vorbild.
Auch wir als Geschwister-Scholl-Gymnasium setzen uns für diese Werte ein, in der Schule und auch in unserem privaten Leben. Wir möchten – gerade jetzt zum 100. Geburtstag Sophie Scholls – an den Mut der Mitglieder der Weißen Rose erinnern.

Quelle Titelbild: Amrei-Marie via Wikimedia Commons, Creative Commons BY-SA 4.0

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