Ich brauche Hilfe. In einem meiner Kurse gibt es eine Person, die häufig rechtsradikale Aussagen tätigt. Vom beleidigen Homosexueller zu drohenden Aussagen online im Kontext mit George Floyd. Wie soll ich bitte reagieren, wenn jemand über linke Meinungsblogger behauptet, dass sie zu viel Zeit hätten und ins Arbeitslager sollten?

Ich muss sagen, dass ich bis heute noch nicht ansatzweise in der Lage war, solche Aussagen zu verdauen. Die wenigen Mitschüler aus meinem Kurs reagieren unterschiedlich darauf; einer versucht der Person ruhig die Faktenlage zu erklären und eine andere versucht eher aggressiver die Person zu bekämpfen. Der größte Teil hält sich aber meistens raus. Ich für meinen Teil bin in einem Zwiespalt. Manchmal gehe ich drauf ein, manchmal ignoriere ich es. Wenn er mich beleidigt, drehe ich das Ganze um und versuche subtil ihn mit ins Bot zu nehmen, aber das kann ja auch nicht die Lösung sein.

Da ich nicht viele Erfahrungen im Umgang mit kontroversen Meinungen habe, kann ich nur an diesem Einzelbeispiel meine Gedanken zur Schau stellen. Ich gehe davon aus, dass mein lieber Mitschüler Aufmerksamkeit generieren möchte, da die meisten der „Diskussionen“, die die Person mit mir und unseren Mitschüler führte, daraus bestanden, eine einzelne Aussage richtigzustellen. Die Person hat nie mehr als das gesagt. Das verstehe ich nicht. Wenn ich doch jemanden von meinem Weltbild überzeugen wollen würde, hätte ich doch jedes letzte Argument rausgepackt, das ich habe und mehrere Grundsatzdiskussionen geführt.

Einer seiner wunden Punkte sind, wie schon bereits erwähnt, linke Internet-Blogger. Wenn man so jemanden anspricht, geht die Person total an die Decke. Es wird von Internet-Feldzügen erzählt, die gegen solche Menschen geführt wurden. Mir stellt sich da ein kleines Logikproblem: Wenn man gegen Menschen im Internet hetzt, die sich für Minderheiten einsetzten und Normalität für diese erzeugen wollen, dann machst du alles doch nur noch schlimmer und stachelst diese Aktivisten noch mehr an, indem du zeigst, dass deren Kampf noch nicht vorbei ist, oder? Ob er jetzt wirklich erfolgreich sein will, oder nur Feedback bekommen will, egal ob positiv oder negativ, weiß ich nicht.

Meine Strategie ist es jedenfalls mit ihm über alltägliche Dinge anzuknüpfen, die nichts mit großen Meinungen oder Politik zu tun haben. Vielleicht gibt es der Person das Gefühl nicht direkt in die Vollen zu gehen zu müssen um ein Gespräch zu erzwingen. Natürlich ist das ein Lösungsansatz, der deren Hass nur bekämpft, wenn meine Theorie stimmt, aber was habe ich zu verlieren? Ein kleines Gespräch, was man am Wochenende gemacht hat, bringt keinen um.

Ich bedanke mich fürs Lesen und bitte um Hilfe. Wenn jemand eine Idee hat, wie man mit sowas besser umgeht, bin ich gerne bereit mich zu verbessern. Bis dahin: ein gutes Weiterexistieren 🙂

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