Eine Begriffswanderung

Am 19. September findet ein bundesweiter Aktionstag statt von Gruppen, Initiativen und Organisationen, die sich für Zivilcourage einsetzen. Vorausgegangen ist diesem Tag bereits eine Courage-Woche vom 13.9 – 19.9. mit unterschiedlichen Projekten, Aktionen und Veranstaltungen – jeweils unter dem Motto: „Du hast die Wahl“ und dem Ziel „Stark machen für Zivilcourage“. 

Doch was heißt Zivilcourage? Wann, wo und wie ist sie gefordert?

Greift man ins Bücherregal und erwischt den Brockhaus von 1985, so findet man unter Zivilcourage keinen Eintrag.

Geht man ins Internet, zeigt Google innerhalb von 47 Sekunden 1.680.000 Ergebnisse und zuallererst die Definition von Oxford Languages an:

„Mut, den jemand beweist, indem er humane und demokratische Werte (z. B. Menschenwürde, Gerechtigkeit) ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen in der Öffentlichkeit, gegenüber Obrigkeiten, Vorgesetzten o. Ä. vertritt“

Natürlich ist auch Wikipedia ganz oben bei den Suchergebnissen dabei – mit folgender Definition:

„Bei der Zivilcourage, wörtlich Bürgermut (aus zivil (lateinisch civilis, 1. bürgerlich – nicht militärisch, 2. anständig, annehmbar) und courage (französisch „Mut“)), handelt es sich um einen „Alltagsmut“, wie er nahezu täglich in verschiedenen Formen und Situationen jedem Menschen abverlangt wird. Zivilcourage beinhaltet die Bereitschaft und Fähigkeit, die eigene Sicherheit und Bequemlichkeit in einer unangenehmen oder auch bedrohlichen Situation zurückzustellen, um sich für eine als gerecht erachtete Sache einzusetzen und entsprechend aktiv zu werden.“

Noch konkreter wird es im „Lexikon-mehr Wissen-neuneinhalb-TV-Kinder“:

„Das Wort Zivilcourage kommt aus dem Französischen. Es setzt sich zusammen aus dem Begriff ‚Zivil’ – der übersetzt ‚bürgerlich’ bedeutet – und dem Begriff ‚Courage’ – auf Deutsch ‚Mut’. Zivilcourage zeigt zum Beispiel jemand, der eingreift, wenn auf der Straße oder in der Bahn jemand angegriffen wird oder wenn ein Mitschüler gemobbt wird. Er setzt sich also für seine Mitmenschen und ihre Rechte ein, obwohl er sich damit vielleicht sogar selber in Gefahr bringt. Stand: 19.04.2010, 11:35“

Am besten hat es vielleicht der Text einer Schülerin vom Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach – anlässlich der Gedenkfeier 2019 zum Jahrestag des Stauffenberg-Attentats – auf den Punkt gebracht:

„Zivilcourage bedeutet, dass man sich als einzelne Person für seine Mitmenschen und seine Meinung einsetzt. Es bedeutet seine Gedanken zu politischen und sozialen Themen nicht bloß im Kopf zu lassen, sondern sie zu Wort und Tat umzuwandeln. Sich für Mobbingopfer einzusetzen, bei politischen Themen seine Meinung einzubringen und in schlimmen Zeiten des Krieges Widerstand zu leisten, all das bedeutet Zivilcourage.“

All diese Definitionen verdeutlichen: Zivilcourage in Wort und Tat ist nicht leicht – weder im Kleinen noch im Großen.

Deshalb viel Mut – nicht nur am Aktionstag!

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