Frohe Weihnachten, Merry Christmas, Joyeux Noël, ¡Feliz Navidad!, und viele weitere Formen in verschiedenen Sprachen, vor allem christlicher Länder, hört und liest man um die Advents- und Weihnachtszeit überall. Ob als Dekosprüche, Werbeslogans, in Liedern oder als Wunsch und Gruß für alle möglichen Menschen, denen man begegnet, Freunde, Familie und weitere, die Worte hallen im Dezember durch das Leben der Menschen, besonders in Europa, Nord- und Südamerika, Australien und den weiteren christlichen Regionen. Doch auch ohne (gläubiger) Christ zu sein: das Weihnachtsfest und die Zeit drumherum haben für viele einen besonders hohen Stellenwert. Heute, wo der Bezug zur Geburt Jesu immer seltener ausschlaggebend für die Feiertage ist, stellt sich die Frage, worauf es wirklich ankommt.

Während sich Weihnachten für viele Branchen als kapitalistisches Millionengeschäft etabliert hat und die Geschäfte schon im November vor Dekoartikel und anderem überquellen, bleiben die wahren Werte oft auf der Strecke. Ein Shoppingwahnsinn beginnt, Geschenkestress, Vorbereitungen und Planungen, gelenkt von Werbungen auf jedem Programm lassen zugegeben auch recht wenig Zeit. Und gleichzeitig predigen die Medien Ruhe und Besinnlichkeit.


„Weihnachten bedeutet uns schon immer ein Fest der Liebe, das wir mit unseren Kindern und Enkeln feiern und dann besuchen wir später immer noch einen Gottesdienst an Heiligabend.“

~ Artur (89) und Christa (80)


Für solche Gedanken bleibt zu häufig zu wenig Raum, Weihnachten wird zum selbstverständlichen Fest, an dem teure Geschenke gekauft und aufwendiges Essen serviert wird.
Aber Weihnachten kann so viel mehr.


„Ich feiere als nicht-christliche Person nicht Weihnachten, sondern eher Familienfest, weil es mir in der Zeit besonders wichtig ist, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und dankbar zu sein für die Menschen um einen herum. Um Werte, wie Nächstenliebe und Dankbarkeit auszuüben, braucht es meiner Meinung nach keine Religion.“

~ Lara (17)

Auch ich zelebriere Weihnachten nicht als Christin, sondern als Mensch, der das Fest der Familie und Freundschaft, ein Fest der gemütlichen Tage des Beisammenseins, sowie der Zeit für sich selbst und der Besinnlichkeit feiern möchte. Ob religiös/gläubig oder nicht, um Weihnachten zu feiern, sollten diese Unterschiede nicht spalten, sondern zusammenführen, sodass wir Weihnachten auf ganz individuelle Art feiern können und doch gemeinsam. Das Fest kann über den Austausch über verschiedene Bräuche, aber auch darüber hinaus über den Austausch zwischen Weihnachtsfeiernden und nicht Feiernden bereichern und verbinden. Dmait wir auch wichtige (zum Teil ebenso religiöse) Werte, wie Nächstenliebe, Dankbarkeit, Fürsorge und Solidarität, unabhängig von Glaube und Konfessionen, nicht vergessen, aber sie leben und verbreiten, auch und gerade in schwierigen Zeiten.


Daher appelliere ich dafür wachsam zu bleiben und sich um sich und andere zu kümmern, um Menschen, deren Sorgen und Nöte größer sind als die Frage, welcher Wein serviert und welches Geschenk gekauft wird, statt sich dem kommerziellen Weihnachtswahn hinzugeben. Aber auch die emotionalen Schwierigkeiten wahrzunehmen, die der Stress und die Kontrastierung zwischen Freude und Leid mit sich bringen, Ich appelliere für ein solidarisches Miteinander und ein offenes Auge und Ohr für die wahrhaftig wichtigen Dinge, ob schön oder traurig. Zudem appelliere ich für eine Gesellschaft, für Menschen, die sich trauen auch in festlichen Zeiten ernste Themen anzusprechen, solche die von enormer Bedeutung sind und viel zu häufig verschwiegen werden.


Weihnachten kann in der Bedeutungslosigkeit und dem Stress verschwinden oder als Plattform dienen, als Erinnerung und Aufruf zu guten Taten und Sensibilität, dieses zum Beispiel 1914 (Soldaten verfeindeter Länder spielten, sangen aßen und tranken an Weihnachten in den Schützengräben und auf den Schlachtfeldern miteinander) unter Beweis gestellte, extraordinäre Potential kann und sollte für mehr als Geschenke und Essen genutzt werden.

Ich wünsche allen frohe Festtage und die Besinnung Gutes zu tun.
Hierzu möchte ich noch „Happy XMas“ von John Lennon und Yoko Ono empfehlen mit Fokus auf den Liedtext.

Meine Gedanken gehen hierbei auch an alle anderen Menschen dieser Welt, die Weihnachten nicht feiern, kulturell bedingt, aber auch an jene, die gerne feiern würden, aber nicht die Mittel haben oder alleine sind. Außerdem an alle, deren Weihnachtszeit von Trauer, um Verstorbene oder andere Schiksalsschläge getrübt ist, ich wünsche all jenen viel Kraft und Unterstützung.

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