Nach einer langen Durststrecke für die SchülerInnen unserer Erinnerungs-AG, in der aufgrund der Corona-Pandemie ein Auftreten in der Öffentlichkeit unmöglich war, erhielten wir die Einladung, die diesjährige Gedenkfeier des Volksbundes Kriegsgräberfürsorge mitzugestalten. Im Fokus der Feier sollte das Thema „Frieden“ stehen, und so haben wir uns entschieden, diese Aufgabe im Rahmen eines Text- und Bildbeitrages umzusetzen. Gegen das Vergessen und für die gemeinsame Erinnerung an die unvorstellbaren Schrecken und Grausamkeiten des Krieges haben unsere SchülerInnen eindringlich an die Verantwortung des Einzelnen, aber auch der internationalen staatlichen Gemeinschaften appelliert, Frieden nicht als etwas Selbstverständliches in unserer heutigen Zeit hinzunehmen, sondern als Lebensaufgabe eines jeden Einzelnen anzunehmen.

Die Gedenkrede unseres Ministerpräsidenten Tobias Hans, die den Krieg des nationalsozialistischen Deutschlands gegen die Sowjetunion im Jahre 1941 in den Mittelpunkt stellte und den Frieden als einzige Alternative zur Rettung unserer Zivilisation aufzeigte, bot uns eine willkommene Verbindung zu unserem Textbeitrag auf. Mit der Erwähnung der Ortsnamen „Leningrad“, „Babyn-Jar“ und „Katyn“ erinnerte er an schreckliche Kriegsverbrechen des Nationalsozialistischen Deutschlands in der ehemaligen Sowjetunion, die niemals in Vergessenheit geraten dürfen. Sie
zeugen von einem menschenverachtenden Rassenwahn und Antisemitismus, dem Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind. Wichtig war uns in unserem Textbeitrag darauf hinzuweisen, dass Versöhnungs- und Erinnerungsarbeit mit der Friedenssuche als Herkulesaufgabe nicht abschreckend wirken sollte: Deshalb haben wir darauf Wert gelegt, auch praktisch – durch das Verlegen von Fußspuren aufzuzeigen, dass Friedenssuche nicht nur als Aufgabe von Diplomatie, internationalen Organisationen und überregionalen Bündnissen zu verstehen ist, sondern jeder kleine Schritt eines einzelnen Menschen entscheidend für die Sicherung des Friedens und damit des Weiterbestands
unserer Welt ist. Als Symbol dieser Aufgabe und gleichzeitig als ständig sichtbare Erinnerung erhielt jeder Besucher
einen kleinen Fußabdruck, den er mit nach Hause nehmen konnte.

„Unsere Erinnerungen sind wichtige Bausteine unserer Identität.
Aus der Summe individueller Erinnerungen bilden Gemeinschaften ein kollektives Gedächtnis, es
wird gemeinsam konstruiert, gemeinsam wird Negatives abgestoßen
– daraus entsteht „gute“ Geschichte.

George Santayana, spanischer Philosoph, Schriftsteller und Literaturkritiker, 1863-1952

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Kategorien: Text